Archiv 2025

Im Revier

Jagd und Artenschutz im fernen Osten

In Tadschikistan steht ein Schalenwildprojekt als herausragendes Beispiel für eine geglückte Erhaltung und Förderung bedrohter Tierarten durch streng kontrollierte und hochbezahlte Trophäenjagd.

<h3>Im Revier</h3>

Wir wussten, dass wir die Bestände kaputt machen, aber wir wollten überleben!" Diese Worte von Davlat Mulloroyov hören sich dramatisch an –
und sie sind es auch. Bis 1991 war Tadschikistan eine in die Sowjetunion eingegliederte Republik. Dann kam der Zusammenbruch der UdSSR. Die entstehenden Rangeleien um die Macht im nun selbstständigen Land mündeten im Frühling 1992 in einen desaströsen Bürgerkrieg. Die Bergtäler waren von der Versorgung mit Treibstoff, Heiz- und Lebensmittel abgeschnitten. In der Not wurden die ohnehin spärlichen Wälder gerodet für Brennholz. Die Nahrungsknappheit war das noch größere Problem. Es gab zwei Möglichkeiten: Haustiere zu schlachten, um den Hunger zu stillen. Das im vollen Bewusstsein, sich von den Milchquellen, Zug- und Tragtieren und vom Grundstock an Vieh zu trennen und so noch weiter in die Not abzurutschen. Oder Wildtiere in großem Umfang als Fleischquelle zu nutzen.

Davlat erzählt mir, wie er vom Dorfschullehrer zum Berufswilderer wurde, um alle seine Familienmitglieder und Verwandten mit Fleisch zu versorgen. "Ich habe weit über 100 Markhore geschossen – und jedes Mal tat es mir leid!" Waffen waren in den Zeiten des Bürgerkrieges genug vorhanden. Und so rückte jeder, der konnte, aus, um an das begehrte Fleisch von Steinböcken und Schraubenziegen zu kommen. Durch diese ungezügelte Jagd schwanden die Bestände rapid. Als im Juni 1997 der Bürgerkrieg in einem Waffenstillstand endete, waren auch die Wildtiere fast vollständig verschwunden.

Wende für Dorfbewohner und Wildtiere

Der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur begann erst 2003 in größerem Umfang. Damals kam die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit auch in die abgelegenen Täler des Darvaz-Gebirges, eines Ausläufers der Pamir-Berge. 2008 reiste der deutsche Biologe Stefan Michel im Rahmen des Hilfsprogrammes in das Land. Seine Vision hieß "Berghuftierprojekt". Er wollte die Restbestände von Steinböcken und Schraubenziegen wiederaufbauen. Sein Plan: aus "Wilderern" Wildhüter machen – mit dem Versprechen an die Einheimischen, dass nach der Erholung der Wildbestände gutes Geld mit organisierten Jagden zu verdienen sei.

Von anderen Arbeiten in Zentralasien kannte Michel die Mentalität der Leute und verstand es, sich in dieses Gedankengut hineinzuversetzen. Zu Sowjetzeiten kamen ab und zu gut betuchte Jäger in diese Berge, um eine der begehrten Schraubenziegen mehr oder weniger (il)legal zu schießen. Diese Jäger brachten auch etwas Geld in die Dörfer. Das wussten die älteren Einwohner noch und so gelang es Stefan Michel, die Wilderer im Dorf Zighar für seine Idee zu gewinnen. Er machte den Leuten klar, dass weitere Wilderei zum Erlöschen der letzten Vorkommen führen würde. Ein Schutz der Tiere, ein Anwachsen der Bestände hätten aber zur Folge, dass irgendwann legal Abschüsse vergeben werden könnten und dass westliche Jäger für diese Lizenzen bereit sind, hohe Summen zu bezahlen. Er brachte auch die staatliche Jagd- und Wildschutzbehörde dazu, die Verantwortung über große Teile des Verbreitungsgebietes der wild lebenden Berghuftiere an die Dorfgemeinschaften zur Selbstverwaltung abzutreten. Diese mussten sich aber verpflichten, die Wilderei zu unterbinden, die Einstände zu überwachen und periodische Zählungen durchzuführen. Biologe Michel fand im weitsichtigen und geschäftstüchtigen "Wilderer" Davlat Mulloroyov und weiteren Dorfbewohnern Leute, denen der Plan einleuchtete. Es entstand das erste gemeindebasierte Wildschutzgebiet im Tal. Das "Revier" mit Namen "m-sayod" und einer Fläche von 20.000 Hektar steht heute für diese Pioniertat. Der Name stammt vom dritten Sohn von Davlat, Sayod – was in tadschikischer Sprache Jäger heißt. Er hatte als Erster in der Familie Mulloroyov eine E-Mail-Adresse. Diese Familie übernahm auch die Verwaltung und Organisation des Jagdgebietes. Mittlerweile sind in Tadschikistan neun solche Schutzgebiete etabliert. Mehr als 750.000 Hektar Gebirgsland sind unter Schutz und werden durch örtliche Leute überwacht.

Stolz erzählt mir Ayub, der älteste Sohn von Davlat, der heute als Geschäftsführer für "m-sayod" amtet, dass 22 Männer aus dem Dorf als Wildhüter angestellt seien. Diese würden einen Lohn erhalten, der deutlich über dem Normaleinkommen eines durchschnittlich ausgebildeten Tadschiken liegt. "Dafür arbeiten die Leute mit Fleiß und Eifer und sind sehr zuverlässig."

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Im Revier

Vom Kaukasus zum Nordkap

Wir erleben derzeit in Europa, wie ein Säugetier sein Verbreitungsgebiet in bisher ungeahntem Tempo ausweitet. Die Neubesiedelung von Lebensräumen, in denen der Schakal weder in historischer noch in prähistorischer Zeit gelebt hat, ist ein außergewöhnlich faszinierender Vorgang, der bisher in der Tierwelt kaum zu beobachten war. 

<h3>Im Revier</h3>

Waffe, Schuss & Optik

EAW Fokus HD 50 – Drei in einem

Der Montagespezialist EAW hat sich in den Sektor der Wärmebildgeräte vorgewagt. Das EAW Fokus HD 50 eignet sich für die Beobachtung und als Vorsatzgerät für den Schuss bei Dunkelheit. Wo erlaubt, kann es gar als Zielgerät eingesetzt werden.  

<h3>Waffe, Schuss & Optik</h3>

Das Wärmebildgerät von EAW kommt im stabilen oliven Hartschalenkoffer, in dem auch Zubehör wie USB-Ladegerät, Ladekabel, Handbuch, Reinigungstuch, Wärmepads sowie ein Adapter für das Zielfernrohr Platz finden können. Es hat eine technisch zeitgemäße Ausstattung. Der VOx Sensor hat 640 x 480 Pixel mit einer Pixelgröße von 12 µm. Das
50-mm-Objektiv ist ausreichend groß und die Bildwiederholfrequenz mit 50 Hz Standard. Die thermische Empfindlichkeit von kleiner 30 mK (NETD) reicht für Jagdzwecke mehr als aus und differenziert auch sehr geringe Wärmeunterschiede. Das Sehfeld von 15,36 x 12,3 m auf 100 m reichte in der Praxis vollkommen aus. Auf dem OLED-Bildschirm mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel werden Bilder scharf und kontrastreich abgebildet. Als Beobachtungsgerät verwendet, beträgt die optische Vergrößerung praxisgerecht zweifach, als Vorsatzgerät eingesetzt, liegt sie bei einfach. Die Erfassungsreichweite wird mit 2.640 m, die Erkennungsreichweite mit 660 m und die Identifikationsreichweite mit 330 m angegeben. Zur Ausstattung gehören Wifi, USB-C-Anschluss und ein interner Speicher von 32 GB. Fotos und Videos können aufgenommen werden. Am Testgerät befand sich der optionale Laserentfernungsmesser mit einer Reichweite von 1.200 m. Hohe Schussfestigkeit ist genauso gegeben wie Wasserdichtheit. Mit der EAW "Smart Connect App" sind das Streamen des Livebildes auf ein Mobilgerät sowie der Zugriff auf die Videos und Bilder des Fokus HD 50 möglich. Die Entwicklung und Herstellung erfolgten in Deutschland.

Als Vorsatzgerät für die Jagd

Nach dem Aufsetzen mit dem Schnellverschluss von "Präzise Jagen" genügte ein kurzer Dreh zur stabilen Verriegelung. Ferner sitzt das Wärmebildgerät immer in derselben Stellung, so dass es auch zu -keiner Treffpunkt-abweichung nach Ab- und Aufsetzen kommt. Bei sorgfältiger Handhabung ist es ans Zielfernrohr recht geräuscharm installierbar und beeinträchtigt die Jagd nicht. Ein Adapterteil lässt sich auf das Okular des Wärmebildgerätes schrauben. Das Gegenstück schiebt man auf das Zielfernrohrobjektiv und klemmt es mittels beigefügten Drehmomentschlüssels fest. Während der Testphase lockerte es sich nicht, beschädigte das Objektivrohr nicht und war stets stabil. Auf der Gehäuseunterseite befindet sich ein Anschlussgewinde, damit sich das Gerät auf einer Montagebasis oder einem Stativ befestigen lässt. Neben der weit verbreiteten Montage über Klemm-adapter am Zielfernrohr besteht auch die Möglichkeit, das Gerät mithilfe einer Montage vor das Zielfernrohr zu setzen. Dadurch wird dieses keiner zusätzlichen Schockbelastung durch das Vorsatzgerät ausgesetzt und die Abstimmung des Fokus HD 50 ist so präzise, dass auch ein Abnehmen und Wiederaufsetzen keine Rolle spielt.

Auf der Gehäuseoberseite befinden sich die gut erreichbaren fünf Bedienungstasten. Die Knöpfe kann man in ihrer Anordnung gut fühlen und sicher bedienen. Das Bild zeichnete die Konturen von Wild sehr gut ab und Bewegungen waren klar erkennbar. Bis rund 350 m war die Abbildung des Wildes sehr scharf und klar. Der hohe digitale Zoom von vierfach half nicht weiter, da das Bild dann zu pixelig wurde.

Im Vergleich zu manchen Modellen der Mitbewerber war das Bild aber auch bei Verwendung des Zooms noch gut. Als Vorsatzgerät verwendet, hat man eine einfache Vergrößerung, kann jedoch die variable Vergrößerung des Zielfernrohrs nutzen. In der Praxis bei der Sauenjagd ließ sich diese durchaus bis zu sechsfach einstellen, ohne dass die Konturen der Wildes zu unscharf und das Bild zu pixelig wurden. Den Spagat von maximaler Vergrößerung und klarem Zielbild muss man durch Einstellung von Zielfernrohrvergrößerung und Schärferegulierung am Wärmebildgerät erproben und die individuell optimale Einstellung ermitteln. Bei Verwendung als Vorsatzgerät ist das Wärmebildgerät auf die Zieloptik einzuschießen, da man ja auf den Bildschirm blickt. Das erfolgt über Wahl im Menü mittels Sensorverschiebung auf einer x- und y-Achse für Höhe und Seite.

Als Vorsatzgerät benutzt, konnte man bis zu etwa sechsfacher Vergrößerung am Zielfernrohr Wild gut anvisieren. Die Konturen und Körperteile waren für einen sicheren Schuss noch gut erkennbar. Im Feld konnte so auch ein schwacher Überläufer auf 162 m mit Blattschuss erlegt werden. Insgesamt wurde das Fokus HD 50 seinen Aufgaben gerecht. Die Bildqualität war gut mit praxisgerechter Schärfe und gutem Kontrast. Das im Test verwendete Swarovski Z6i 2,5-15x44 P auf einer Blaser R8 im starken Kaliber .338 Blaser Magnum verkraftete die auftretenden Kräfte des 740 g schweren Gerätes anstandslos. Trotz zahlreicher Schüsse auf dem Schießstand und in der Praxis zeigten sich weder Zielfernrohr noch Wärmebildgerät beeindruckt. Sie verkrafteten das starke Kaliber problemlos.

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Im Revier

Opportunist Rotfuchs – fast überall zuhause

Mit Lebensraumveränderungen kommt der Fuchs sehr gut zurecht. Jährlich kommen heute in Österreich rund 65.000 Füchse zur Strecke, fast doppelt so viele wie vor 60 Jahren. Der Anstieg erfolgte vor allem in den vom Menschen dichter besiedelten Gebieten. 

<h3>Im Revier</h3>

Im Revier

Sein Auftrag: Wölfe!

Im Salzburger Wolfsmanagementplan sind Grundsätze, Ziele und die rechtlichen Grundlagen zum Umgang mit dem Wolf dargestellt. Hannes Üblagger ist neuer Wolfsbeauftragter für das Land Salzburg und folgt damit Hubert Stock nach. Was genau es damit auf sich hat, erklärt er in einem Interview.

<h3>Im Revier</h3>

Waffe, Schuss & Optik

Nocpix oder InfiRay?

Der Hightechkonzern InfiRay hat seine Geschäftsfelder neu geordnet. Um den professionellen Bereich klar vom zivilen Bereich zu trennen, wurde die Tochterfirma Nocpix installiert. Sie bedient in Europa vor allem den Jagd- und Outdoorbereich. 

<h3>Waffe, Schuss & Optik</h3>

Nicht alle Wärmebildgeräte, die InfiRay fertigt, werden heute unter dem Herstellernamen vertrieben. Für Jagd- und Outdoorprodukte wurde die Tochterfirma Nocpix gegründet. Beim Vorsatzgerät Mate verbleibt die Vermarktung jedoch bei InfiRay. Die Wärmebildkamera Lumi H35 ist ein brandneues Produkt von Nocpix für das Beob-achten. Wir konnten eines der ersten am Markt erhältlichen Lumis testen.

Das mitgetestete Vorsatzgerät Mate MAH50R für das Schießen stammt vom Mutterkonzern InfiRay. Beide Geräte wurden ausgiebig im Revier bei der Jagd auf Schwarzwild erprobt. Bei der Lumi H35 handelt es sich um eine Einhandwärmebildkamera zur Beob-achtung in Größe eines modernen Mobiltelefons. Das nur 14,3 cm lange und 345 g (mit Batterie) schwere Gerät lag bestens in meiner mittelgroßen Hand. Bequem konnte ich es mit einer Hand handhaben, was sowohl für das Beobachten als auch die Bedienung gilt. Ruhig lag es am Auge, so dass ein scharfes, wackelfreies Bild kein Problem darstellte. Die Griffflächen sind mit einer strukturierten Gummiarmierung ausgestattet, die auch bei Nässe einen rutschsicheren Griff ermöglicht und bei Kälte "Wärme" vermittelt.

Bei der Wärmebildkamera liegen die vier gummiarmierten Bedientasten auf der Oberseite und waren somit von meinem Finger bestens erreichbar. Ein Stand-by-Modus war vorhanden, um Batterieleistung zu sparen. Die Ionen-Lithium-Batterie 18650 reicht bei Normaltemperaturen vom Spätfrühling bis zum Herbst rund 4,5 Stunden. Der 18650 Li-ion-Akku ist schnell austauschbar. Es wurde ein Sensor Uncooled VOx 640 x 512 Pixel verbaut, mit einer Pixelgröße von 12 µm sowie einem NETD von kleiner 18 mK bei üblicher Frame Rate (Bildrate) von 50 Hz.
Sicherlich gibt es höher auflösende, über 1000er Sensoren, in der Praxis kam ich mit dem 640 x 512 Px aber ausgezeichnet zurecht. Schließlich gibt es für gutes Erkennen weitere Faktoren wie das Objektiv und vor allem die verwendete Software. Ganz große Sensoren haben auch Nachteile, wie etwa höheren Energieverbrauch, größere Bauweise oder hohen Preis. Verwendet wird ferner ein 35-mm-Objektiv mit einer Blendenöffnung von F0,9, was für ein weites Sehfeld spricht.

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