Im Revier
Die digitale Revolution

Praxiswissen für Revierbetreuer
Stöberjagd unter Tage

Die Baujagd auf Wildkaninchen hat ihren ganz besonderen Reiz. Sie kann in vielen Ländern noch im Jänner und Februar ausgeübt werden, wenn bereits alles andere Niederwild wieder Schonzeit genießt. Wenn gut eingejagte Frettchen die grauen Flitzer in ihren Bauen hochmachen, ist der Erfolg praktisch gewiss.
Es ist einer dieser typisch nasskalten Wintertage Anfang Jänner mit Schneeregen, der bei stürmischen Böen waagerecht daherpeitscht und am späteren Vormittag mit sinkenden Temperaturen dann in dichtes Schneetreiben mit sogar sonnigen Unterbrechungen übergeht. Die beste Zeit zum Frettieren, wie die Baujagd auf Wildkaninchen auch heißt, ist von Mitte November bis Mitte Februar. Vor Mitte November sind in milden Jahren die Jungtiere vom letzten Satz noch gering, springen schlecht und werden häufig vom Frettchen abgetan. Bei noch warmen Temperaturen und reichlich Vegetation liegen die Kaninchen zudem häufig draußen und das Schussfeld ist nur unzureichend. Sind sie im Bau, springen sie schlecht. Am erfolgversprechendsten sind Tage wie dieser – trüb, kalt und windig. Bei sonnigem Wetter, insbesondere wenn es dazu warm ist, finden sich kaum Kaninchen im Bau. Der Erfolg kann dann gesteigert werden, wenn man zuerst mit dem Jagdhund die Hecken und Altgrasstreifen buschiert und anschließend nach der Unruhe dann ab dem späten Vormittag mit dem Frettchen die Baue jagt. Aber auch bei stürmischem Wind ist das Frettieren eher unsicher, denn die grauen Flitzer verlassen nun ungern den Bau und für den Jäger wird das Ausharren vergnügungssteuerpflichtig. Wir haben Glück, dass die Hauptbaue sich in einer weitgehend windgeschützten aufgelassenen Sandgrube befinden. Nahezu komplett sind die Hänge ringsherum von den Wildkaninchen unterminiert. Außer wenigen Strauchweiden sind die Ausgänge der Baue frei von Bewuchs und von den Jägern gut einsehbar. Mit von der Partie sind die beiden Jäger Kai und Tewes, die Kleine Münsterländerhündin Cora und acht bestens eingejagte Frettchen, die abwechselnd, aber auch manchmal zusammen die Stöberarbeit unter Tage verrichten.

Frettchens Vorlieben
Idealerweise hat der Wettergott mit uns ein Einsehen. Ab zehn Uhr beruhigen sich die Böen und der Schneefall wird weniger. Es ist der erste Schnee in diesem Winter. Noch ist die Landschaft nur eben angezuckert. Tiefer Schnee wäre ungünstig für den Erfolg des Frettierens. Zum einen springen die kurzläufigen Kaninchen dann schlecht und werden so häufig zur Beute der Frettchen, zum anderen sind die marderartigen Jagdhelfer empfindlich gegen die nasskalte Witterung und den tiefen Schnee. Zu früh am Morgen zu beginnen, sollte der Jäger vermeiden, denn die Kaninchen sind dann noch träge oder schlafen und werden häufig vom schnellen Frettchen gegriffen, abgetan und angeschnitten, während der Jäger draußen unverrichteter Dinge am Bau ausharrt.
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Jagd heute
Fachwissen ist nach wie vor gefragt

Büchern und Zeitschriften wurde beim Aufkommen des Internets der Untergang prophezeit. Dennoch gibt es sie, denn Qualität hat Bestand und das gedruckte Wort seinen Wert. Besonders gilt das dort, wo es um die Vermittlung von Fachwissen geht.
Herr Magister Dvorak-Stocker, ganz kurz zur Geschichte Ihres Verlages. Wie hat alles begonnen?
Wolfgang Dvorak-Stocker: Mein Großvater, Dipl. Agr. Leopold Stocker, der in Leipzig und Jena Agrarwissenschaften studiert hatte und als Düngemittelberater tätig war, hat nach seinem Kriegsdienst gegen Ende des Ersten Weltkrieges in Abstimmung mit dem damals schon greisen Dichter Peter Rosegger den Leopold Stocker Verlag und die Zeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" gegründet. Das war die erste Fachzeitschrift, die der einfache Bauer lesen konnte. Denn die anderen damals existierenden Fachzeitschriften haben sich an Boku-Absolventen gerichtet, die als Verwalter für einen großen Gutsherrn gearbeitet haben, aber nicht an einen einfachen Bauern mit vielleicht ein paar Klassen Volksschule. Das Wissen, das auf den Universitäten bereits vorhanden war, herunterzubrechen, verwertbar zu machen für den einfachen Leser, das war eigentlich die Grundidee.
Und der Jagdbereich?
Das Jagdbuch ist dann erst nach dem Zweiten Weltkrieg dazugekommen. Philipp Graf Meran, Wolfgang von Beck und andere waren unsere wichtigsten Autoren. Vorher hat es bereits ein hauswirtschaftliches Buchprogramm gegeben sowie landwirtschaftliche Fachbücher.
Wie ist Ihr persönlicher Zugang zur Jagd?
Ich hab mich immer dafür interessiert und wollte den Jagdschein immer machen, habe aber aus beruflichen und familiären Gründen leider nie die Zeit dafür gefunden.

"Wenn ein Fachbuch nicht angeboten wird, wenn es nicht sichtbar ist, kommen nur wenige Leute auf die Idee, ich bräuchte jetzt unbedingt einen neuen Ratgeber über die Drückjagd oder die Nachsuche."
Welchen Stellenwert hat das Buch in Ihrem Verlag im Vergleich zum Zeitschriftensektor?
2005 haben wir den Stocker Verlag als Ratgeber-Verlag und die Landwirte Agrarmedien GmbH getrennt, die auch eine Niederlassung in Deutschland hat und die Zeitschriften herausgibt. 2018 haben wir die Plattform Landwirt.com für Gebrauchtmaschinen ausgelagert. Die ist wirklich sehr erfolgreich. Der Buchbereich macht vom Gesamtumsatz weniger als zehn Prozent aus. Es würde uns nur als Buchverlag auch nicht mehr geben.
Und die konkrete Bedeutung des Jagdbereichs?
Das klassische Jagdbuch gibt es kaum mehr. Früher ist zwar nicht viel mehr gelesen worden, aber heute liest der Jäger am Ansitz oder in der Jagdhütte mehr am Handy als in Büchern oder schaut in die sozialen Netzwerke. Ich bin jetzt Ende fünfzig, und als ich vor mehr als 30 Jahren in den Stocker Verlag eingetreten bin, haben wir Erstauflagen mit 5.000 oder 6.000 Stück gehabt. Heute sind wir froh, wenn wir 1.500 Stück verkaufen, außer bei Autoren wie Gerd Meyden oder früher Philipp Graf Meran, die in unserem bescheidenen Bereich Bestseller sind.
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Waffe, Schuss & Optik
Blaser CDX: Neue Maßstäbe bei der Einsatzreichweite bleifreier Geschoße

Blaser entwickelte ein neues bleifreies Deformationsgeschoß mit der Bezeichnung CDX – Copper Deformation Xtreme. Es handelt sich um ein modernes, fortschrittliches Design, das hohe Zuverlässigkeit über einen weiten Einsatzbereich garantiert und wirklich bleifrei ist.