Das MKS-Virus ist hitzelabil und kältestabil. In Kot/Losung überlebt es bei tiefen Temperaturen bis 6 Monate, in Gefrier- und Pökelfleisch bleibt es monate- bis jahrelang infektiös, ebenfalls eingetrocknet in Haaren, Kleidern, Schuhen, Heu usw. Die Virusübertragung erfolgt durch direkten Tierkontakt, über Vektoren (Personen, Geräte, Schuhe, Kleidung, Fahrzeuge, Fleisch, Milch, kleine Nagetiere, Vögel, Insekten, Futtermittel) oder auch über die Luft (zumindest rund 60 km möglich!). Erste Krankheitssymptome sind Fieber, Bläschen an der Maulschleimhaut oder am Kronsaum oberhalb der Klauen sowie Speicheln, Schmatzen und Lahmheiten. An den Klauen kann es besonders bei Schweinen/Wildschweinen zum so genannten Ausschuhen (Loslösen des Klauenhornes vom Klauenbein) kommen. Infizierte Tiere scheiden schon während der Inkubationszeit Viren aus. Zur Ansteckung eines Rindes reichen ca. 10 Viren - ein erkranktes Rind scheidet aber mindestens 1 Mio. Viren/Tag, ein Schwein bis zu 400 Mio. Viren/Tag aus! Wildtiere infizieren sich i.d.R. auf Viehweiden.
Biosicherheitsmaßnehmen haben zur Vermeidung von Seuchenausbrüchen enorme Bedeutung. Die MKS betrifft nicht wie die Afrikanische Schweinepest lediglich Schweinebetriebe und Wildschweine, sondern zusätzlich noch Rinder-, Schaf- und Ziegenbetriebe. Jagende Landwirte und Jagdreisende können diese Seuche leicht verschleppen. "Biosicherheit" umfasst sämtliche Maßnahmen, um die Gefahr der Einschleppung und Ausbreitung von Infektions- und Seuchenerregern zu minimieren. Diese Maßnahmen sind auch abhängig örtlichen Gegebenheiten, wie Nähe zu einem Seuchengebiet, Wild- und Nutztierdichten oder topografischen Verhältnissen. Im Falle eines MKS-Ausbruches werden die Maßnahmen über die regional angepassten Alarm- und Krisenpläne exakt vorgegeben, so auch Sperr- und Überwachungszonen, in denen z. B. auch vorübergehendes Jagdverbot angeordnet werden kann. Derzeit besteht schon ein Einbringungsverbot von Jagdtrophäen, Wildbret oder von Wild in der Decke von empfänglichen Tieren aus Ungarn und der Slowakei nach Österreich.
In der nächsten Ausgabe des ANBLICK werden wir ausführlich über jagdliche Biosicherheitsmaßnahmen berichten.
Aktuelle Informationen erhalten Sie über die Homepages des Gesundheitsministeriums (www.verbrauchergesundheit.gv.at) oder der AGES (www.ages.at).
Armin Deutz